Bericht von der Auswahltagung 2015 in Schulpforte

10. April 2015 – die Stimmung in der Landesschule Pforta war großartig und das Wetter spielte besser mit als von der Wettervorhersage versprochen. Beste Bedingungen waren das bei der diesjährigen Auswahltagung der neuen Dornier Stipendiaten Ende März in Naumburg an der Saale.

 

Am Freitagmorgen trafen sich erstmals alle Kandidaten, Jury-Mitglieder, Helfer und Gäste der Auswahltagung gemeinsam im kleinen Festsaal des Internats.


Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Rektor Portensis Thomas Schödel nahm die Teilnehmer zunächst mit auf eine Zeitreise. Er entführte sie in die Kindheit des Philosophen und ehemaligen Pforteschülers Johann Gottlieb Fichte, der als Bandwebersohn aus einfachen Verhältnissen stammte, sehr wissbegierig war und seine Schulzeit in einem großzügigen Förderer verdankte.


Persönliche Gegenstände sagen viel
Dann begann die Vorstellungsrunde und jeder zeigte dabei einen persönlichen Gegenstand und erläuterte dessen Bedeutung.


Anschließend ging es auch schon zum gemeinsamen Mittagessen in den Speisesaal. Dies bot viel Gelegenheit zum Kennenlernen und vermittelte den Besuchern einen lebendigen Eindruck vom Internatsleben. Es folgten der Bezug der Internatszimmer sowie spannende Rundgänge durch die Schulräume, das Internat und die Klosteranlage.


Rumpelstilzchen geht ins Theater
Um 14 Uhr ging es dann richtig los mit der ersten Gruppenarbeit. Es galt, das Märchen Rumpelstilzchen auf kreative Weise in ein Theaterstück umzuwandeln und dabei die persönlichen Gegenständer aus der Vorstellungsrunde miteinzubeziehen.


Bei der Gestaltung des Theaterstücks konnte jeder seine eigenen Ideen einbringen und zur eigenen Persönlichkeit passende Parts übernehmen.


Ausgelassene Stimmung am Abend

Nach dem gemeinsamen Abendessen versammelte sich die gesamte Truppe wieder im Festsaal und die einzelnen Gruppenmitglieder führten ihre selbst entwickelten Theaterstücke vor. Sie sorgten beim Publikum für viel Begeisterung. Eine tolle Stimmung herrschte auch bei den anschließenden Spielen, als sich so mancher vor Lachen nicht mehr halten konnte und sich das Gemeinschaftsgefühl weiter verfestigte.


Am nächsten Tag begannen die Teilnehmer vom Frühstück frischgestärkt mit den nächsten Gruppenarbeiten. Bei den Aufgaben in der Turnhalle ging es vor allem darum, dass die Gruppen, wie etwa bei der "Wir bleiben auf der Yogamatte, egal was kommt"-Aufgabe oder mit verbundenen Augen knifflige Aufgaben in Teamarbeit bewältigten und gemeinsam Lösungswege entwickelten.


Der dreiste Wutzelschmork wandelt auf der Sonnenseite des Lebens
Um viel Kreativität ging es auch bei der Bastelaufgabe. Hier durften die Teilnehmer ausgefallene und mit Phantasiewörtern bestückte Sprüche als gemeinschaftliches Kunstwerk interpretieren. Sie bekamen dafür einige Materialien zur Verfügung gestellt, aus denen sie sich frei bedienen konnten. In einer letzten gemeinsamen Runde stellten die Kandidaten ihre Kunstwerke vor und hatten sich allerhand bei der Kreation ihrer Werke gedacht.


Ein letzter Blick zurück

Um 12.30 Uhr trafen sich alle noch ein letztes Mal beim gemeinsamen Mittagessen. Schulleiter Thomas Schödel nahm die Teilnehmer noch einmal mit in die Vergangenheit. Er erzählte vom Chemiker, Kautschukerfinder und ehemaligen Schulpforte-Eleven Fritz Hofmann. Dem war nämlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet worden, er bräuchte sich nicht weiter zu bemühen, das mit dem Abitur werde wohl nichts mehr. Ungefähr 50 Jahre später kehrte er anlässlich einer Ehrung als weltberühmter Mann an die Schule zurück. Herr Schödel machte deutlich, dass auch Pädagogen Fehler machen und sagte, dass auch eine solch intensive Auswahltagung nicht reiche, um einen Menschen in seiner Persönlichkeit voll zu erfassen.


Einladung zur Auswahltagung ist eine Auszeichnung
Die Auswahltagung sollte für alle Teilnehmer in erster Linie ein schönes Gemeinschaftserlebnis sein. Bereits die Einladung zur Tagung ist eine wertvolle Auszeichnung. Wer anschließend nicht zum Stipendiaten wird, gewinnt dafür etwas anderes im Leben! Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine andere…


Ein herzlicher Dank
Die Dornier Stiftung möchte sich ganz herzlich bei allen Teilnehmern, den vielen Unterstützern aus Schulpforte, den mithelfenden Dornier Stipendiaten sowie allen Jury-Mitgliedern und Gästen für ihren großartigen Einsatz bedanken!