Dornier Auswahltagung 2017 im Internat Solling

München, 17.05.2017 – „Findet heraus, was ihr wirklich wollt!“ forderte Bärbel Dornier aus dem Stiftungsrat die jungen Zuhörer auf. „Denn darauf kommt es an! Nicht darauf, was eure Eltern und Lehrer vielleicht wollen.“ Mit diesen Worten begrüßte sie die Internatsschüler und die Kandidaten der Dornier-Auswahltagung, die dieses Jahr im Internat Solling stattfand.

Fröhliche Stimmung bei den Teilnehmern der Auswahltagung
Fröhliche Stimmung bei den Teilnehmern der Auswahltagung

30 junge Menschen hatte die Stiftung am letzten April-Wochenende nach Holzminden eingeladen, um ihnen dort die Chance zu geben, sich für eines der begehrten Stipendien zu qualifizieren, die die Stiftung alljährlich vergibt.


„Denn nur wer etwas mit Leidenschaft macht und dabei authentisch ist, kann wirklich genial sein“, so beendete Bärbel Dornier ihre Ansprache am ersten Abend der Tagung und überließ die Bühne dem jungen Pianisten Yuzheng Zhang.


Er demonstrierte am Flügel genau dies und begeisterte mit seiner Spielfreude und seinem musikalischen Talent.

Gedichte in anderen Sprachen


Auch die Teams vom Übersetzungs-Workshop, die danach auf Russisch, Chinesisch und Spanisch Gedichte mit ihren deutschen Übersetzungen vortrugen, brachten viel Enthusiasmus für Worte und Sprache zum Ausdruck.

Damit endete für die Schüler des Internats die Abendsprache; für die Kandidaten hingegen ging es erst richtig los.

 

Persönliche Gegenstände

Die erste Aufgabe bestand darin, sich der Jury und den anwesenden Gästen anhand eines mitgebrachten persönlichen Gegenstandes in zwei Minuten vorzustellen.


Da wurden Pokale, diverse Bälle und Schachfiguren präsentiert, chinesische Schuhe und Holzpferde vorgeführt, Traumfänger und Boxhandschuhe in die Höhe gereckt und geredet – von sich, dem Gegenstand, der Familie, Hoffnungen und Ängsten, Fähigkeiten und Leidenschaften.


„Puh, der Anfang ist gemacht, die erste Hürde genommen“, so dachten sicher die meisten. Danach begann für die Jugendlichen der gemütliche Teil des Abends:


Abends in der Teestube

Die Dornier Stipendiaten, die bereits am Internat Solling leben und lernen und sich während der ganzen Auswahltagung sehr nett um die Bewerber kümmerten, begleiteten die 30 Teilnehmer in die Teestube.


Dort saßen alle noch eine ganze Weile zusammen, bis es für die Mädchen in die große, für die Jungs in die kleine Turnhalle zum Übernachtungslager ging.


Interviews und Gruppenaufgaben

An den beiden folgenden Tagen standen für jeden Teilnehmer zwei Interviews und zwei Gruppenarbeiten auf dem Programm. Die Einzelgespräche fanden mit zwei verschiedenen Mitgliedern der Auswahlkommission statt. Die Jurymitglieder wollten einen Eindruck von den intellektuellen Fähigkeiten und der Leistungsbereitschaft sowie von außerschulischen Interessen und der sozialen Kompetenz der Bewerber bekommen.


Kurzes Theaterstück

Bei der ersten Gruppenarbeit ging es darum, unter Zuhilfenahme der mitgebrachten Gegenstände ein etwa 15 minütiges Theaterstück zu improvisieren. Das grobe Thema und die Charaktere waren vorgegeben und mussten verteilt werden.


Die Szenenfolge und die konkrete Ausgestaltung oblag den kleinen Ensembles. Obwohl alle die gleichen Vorgaben hatten, entstanden zur Begeisterung des Publikums sehr unterschiedliche und niveauvoll-amüsante Stücke.


Flugobjekte aus Papier

In der zweiten Aufgabe sollte das Team aus einem Blatt Papier einen oder mehrere Hubschrauber bauen, die einem Ahornsamen ähnlich zu Boden gleiten.


Bevor die Flugobjekte losfliegen durften, erklärte jedes Team die konstruierten Modelle. Der anschließende kollektive Flug der bunten Hubschrauber von der Empore der Hohen Halle beeindruckte Publikum und Akteure gleichermaßen. Tatsächlich hielten sich manche Propeller deutlich länger in der Luft als andere.


Teamgeist zählt

Im Vordergrund standen weniger die erreichten Ergebnisse als die Art und Weise der Schülerinteraktion innerhalb der Gruppe. Die Zusammensetzung der fünf Gruppen à sechs Personen erfolgte bewusst alters- und geschlechtsgemischt.


Zwei oder drei Jurymitgliedern betreuten sie und verfolgten das Geschehen aus dem Hintergrund.


Stimmung wie im Camp

Mit einem gemeinsamen, köstlichen Mittagessen ging die Tagung für die Bewerber am Samstag gegen 13.00 Uhr zu Ende. Obgleich hier 30 junge Leute eigentlich miteinander konkurriert hatten, glich die Stimmung eher einem fröhlichen Camp als einem Ausscheidungswettbewerb.


Auch die Bewerber, die das erste Mal überhaupt Internatsluft geschnuppert hatten, konnten sich beim Abschied gut vorstellen, in den Solling, auf den Birklehof, nach Schulpforta oder St. Afra zurückzukehren.


Und am Ende überwog bei allen das Gefühl, dass es einfach super war, überhaupt dabei gewesen zu sein.


Wer bei einem Stipendium nur an die finanzielle Unterstützung denkt, übersieht etwas Wesentliches. Natürlich ist diese für viele ein entscheidender Grund, sich zu bewerben.


Die ideelle Förderung und die Anregungen, die zusätzliche Bildungschancen und das enge Netzwerk von Stipendiaten und Förderern sowie die Internats-Freundschaften sind jedoch mindestens so genauso viel wert wie die finanzielle Förderung – wenn nicht sogar noch viel mehr.


Allein die Einladung zur und die Teilnahme an der Auswahltagung waren bereits ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt auf dem Lebensweg!


Die Dornier Stiftung bedankt sich herzlich bei allen Kandidaten – die ausnahmslos beeindruckende junge Menschen sind – den Jury-Mitgliedern, dem tollen Team vom Internat Solling und den Gästen der Auswahltagung.


Den vollständigen Beitrag zur Auswahltagung könnt Ihr direkt auf der Website des Internat Solling lesen, viel Spaß!