Eindrücke von der Auswahltagung 2016 in der Schlule Schloss Salem

20. April 2016 – Die diesjährige Auswahltagung fand vom 8. bis 9. April in der Schule Schloss Salem statt, bot viel Abwechslung und die perfekte Gelegenheit für alle Kandidaten, sich gegenseitig kennenzulernen und einen ersten Eindruck vom Internatsleben zu bekommen.

 

Für den Start des Schuljahres 2016/2017 hatten sich viele tüchtige Schülerinnen und Schüler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und Hobbies – von aktiver Integrationsarbeit mit Asylberechtigten, der Gestaltung kreativer Kindercamps, über Städte- und Verkehrsplanung bis hin zum Bauen von Robotern – beworben. Kein Wunder, dass die Auswahl der Kandidaten für die Auswahltagung diesmal besonders schwerfiel.


32 Jungen und Mädchen schafften es dennoch, sich durch ihre Bewerbungen für die Teilnahme an der Auswahltagung in der Schule Schloss Salem zu qualifizieren – bereits das gilt als große Leistung, auf die jeder Kandidat sehr stolz sein kann. Selbst diejenigen Bewerber, die gar nicht eingeladen wurden, hatten diesmal so packende Bewerbungen geschrieben, dass es der Dornier Stiftung sehr schwerfiel, ihnen abzusagen.


„Höre auf Deine eigene Stimme“ riet Bärbel Dornier
Am Freitagvormittag trafen peu á peu die Kandidaten und Eltern ein und bezogen ihre Zimmer. Bereits um 11:30 Uhr versammelten sich alle Kandidaten, Eltern, Jury-Mitglieder, Helfer und Gäste im Kapitelsaal. Bärbel Dornier begrüßte die Teilnehmer mit einer kurzen Rede und empfahl den künftigen Stipendiaten, ihre Internatszeit dazu zu nutzen, ihre tiefsten Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entdecken, um als Erwachsener ihr wahres Glück zu finden. In sich hinein zu spüren sei bedeutsamer als auf den Rat von Lehrern und Eltern zu hören, wenn man später einen Beruf ausüben wolle, der einen erfülle. Gemäß des von Claude Dornier geprägten Dornierschen Geistes zähle nicht nur das Kapital, sondern vor allem das Menschliche. Übertragen auf die Stiftung bedeute dies für sie, Menschen zu fördern, die neben akademischer Exzellenz und ihrer Karriere auch das Gemeinwohl im Blick haben und der Gesellschaft als Erwachsene etwas zurückgeben wollen.


Führung durchs Internat für die Eltern
Die Begrüßung bekamen die Eltern noch mit; dann verabschiedeten sie sich von ihren Kindern, um an einer Internatsführung teilzunehmen. Die Geschichte Salems reicht zurück ins Jahr 1920. Prinz Max von Baden und der Reformpädagogen Kurt Hahn gründeten sie als eine Reaktion auf die Verantwortungslosigkeit der alten Eliten im Ersten Weltkrieg.


Glücks-Füller, Fußball, Einplantinencomputer und Pinsel – die Gegenständer der Teilnehmer
Seit Jahren stellt sich jeder Kandidat der Auswahltagung mit einem persönlichen Gegenstand vor. Das hat sich bewährt; alle erfahren gleich zu Anfang etwas Persönliches von den Bewerbern und jeder Teilnehmer hat ein individuelles Erkennungszeichen. Entsprechend unterhaltsam und kurzweilig war die Vorstellungsrunde. Rasch wurde klar, was die potentiellen Stipendiaten derzeit am meisten beschäftigt. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen in den Speisesaal. Dies bot viel Gelegenheit zum Kennenlernen und vermittelte den Besuchern einen lebendigen Eindruck vom Internatsleben.


Kaufkraft ohne Moral?
Um ein aktuelles Thema ging es in der Gruppenarbeit am Nachmittag. Junge Menschen haben heute so viel Geld wie nie zur Verfügung und drücken sich gern über Mode aus. Weil hierbei oft die Devise gilt „Viel und möglichst billig“ machen Arbeitskräfte weltweit für einen Hungerlohn Überstunden oder ruinieren ihre Gesundheit.


Aufgabe war es, mit Hilfe von Artikeln Fakten zu recherchieren und konkrete Vorschläge zu erarbeiten, wie man Konsumenten zu einem ethischen Konsum bewegen kann. Anschließend präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse und es entstand eine lebendige Diskussion mit wohl durchdachten Argumenten.


Improvisation ist alles

Richtig lustig wurde es kurz vor dem Abendessen: Die Kandidaten lernten Improvisationstheater. „Alles kann, nichts muss“ lautete das Motto. Jede Aktion war freiwillig und Christian Niederhofer aus Salem führte die Kandidaten auf mitreißende Art ins Improvisationstheater ein. Es gab keine Zeit zu überlegen, man machte einfach die Übungen mit und hatte Spaß – gezwungen wurde man zu nichts. Hier ging es ausdrücklich nicht um Leistung. Jeder, der in den Übungen etwas anders machte als eigentlich vorgesehen, durfte im Kreis rennen und rufen: „Juhuu, ich habe einen Fehler gemacht“, und alle lachten miteinander. Die Stimmung war großartig.


Ein vergnügter Abend
Nach dem gemeinsamen Abendessen versammelten sich alle Teilnehmer, Jurymitglieder, Helfer und Gäste wieder im Kapitelsaal und starteten zum vorher geübten Improvisationstheater durch. Das Publikum war zum Mitmachen aufgerufen und auch hier galt die Devise: Absolut freiwillig. Wer nicht wollte, brauchte nicht mitzumachen. Die Musiker unter den Kandidaten hatten ihre Instrumente mitgebracht und spielten frei improvisiert drauflos. Ideen zum Musikstil kamen aus dem Publikum und es entstand ein ganz neues Stück.


Wie gestaltet man einen Raum der Stille?
Am nächsten Tag begannen die Teilnehmer vom Frühstück frischgestärkt mit den nächsten Gruppenarbeiten.


Unter die Innenarchitekten gingen die Kandidaten bei der Aufgabe, einen Raum der Stille zu konzipieren, in den man sich zurückziehen, ungestört nachdenken und beten kann. Die Gruppen hatten jeweils eine knappe Stunde Zeit, in Teamarbeit einen Raum zu planen und auf einem Plakat darzustellen. Dann begannen auch schon die Präsentationen, zu denen sich alle im Kapitelsaal zusammenfanden und ihre Ideen erklärten.


Parcour auf dem Schlossgelände
Der anschließende Parcour war ein Geländespiel, bei dem die Schüler von den Betreuern verschiedenste Aufgaben bekamen, die die Teilnehmer als Gruppe zu lösen hatten. Dabei ging es nicht nur darum, möglichst schnell und erfolgreich zu sein, sondern auch als Gruppe gut zusammenzuarbeiten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Je nach Station hatten die Gruppen jeweils 15-30 Minuten Zeit, um die Aufgaben zu erfüllen.


Ein letztes Mitagessen in der Milchbar
Um 12.00 Uhr trafen sich alle zum letzten gemeinsamen Mittagessen in der Milchbar und anschließend zur Verabschiedung im Kapitelsaal. Gelöst und fröhlich war die Stimmung, so wie sie während der ganzen Tagung gewesen war. Sowohl die Teilnehmer als auch die Juroren und Helfer haben viel von sich gegeben und vor allem viel geerntet.


Einladung zur Auswahltagung gilt als Auszeichnung
Die Auswahltagung ist jedes Jahr aufs Neue ein schönes Gemeinschaftserlebnis für alle und unabhängig vom Ergebnis eine Auszeichnung. Wer anschließend nicht zum Stipendiaten wird, gewinnt dafür etwas anderes im Leben! Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine andere…


Ein herzlicher Dank
Die Dornier Stiftung möchte sich herzlichst bei allen Teilnehmern, den vielen Unterstützern aus Salem, den mithelfenden Dornier Stipendiaten sowie allen Jury-Mitgliedern und Gästen für ihren großartigen Einsatz bedanken!